Mussolini, in der Nähe von Forli in der Emilia-Romagna geboren, war Grundschullehrer und zunächst engagierter Sozialist und Kriegsgegner, von 1912 bis 1914 sogar Chefredakteur der sozialistischen Parteizeitung Avanti. Noch vor dem Eintritt Italiens in den Krieg (1915) wechselte er auf die Seite der Kriegsbefürworter und gründete, finanziert vor allem von der Rüstungsindustrie, die Zeitung "Il Popolo d'Italia", das bis 1943 erscheinende Kampforgan Mussolinis. 1919 rief er in Mailand den Kampfbund der „Fasci di Combattimento“ ins Leben. Der Kampfbund erhielt vor allem aus den Reihen der militanten Kriegsheimkehrer Zulauf und wurde von Mussolini 1921 in die Faschistische Nationale Partei (PNF) umgewandelt, deren unumstrittener Führer er bis zu seinem Sturz 1943 blieb.

In der Nachkriegskrise mit Massenarbeitslosigkeit und revolutionären Unruhen terrorisierten die faschistische Kampfgruppen (Squadrismus) - u.a. Italo Balbo, einem Kampfgefährten Mussolinis aus Ferrara, vor allem die in Norditalien starken Gewerkschaften und deren Volkshäuser. Der „Marsch auf Rom“ der Fasci und der Schwarzhemden erzwang im Oktober 1922 mit politischer Unterstützung von Militär, Wirtschaft, Kirche und Bürokratie die Ernennung Mussolinis zum Ministerpräsidenten durch den König. Der parlamentarisch-liberale Staat wurde Zug um Zug zur faschistischen Diktatur mit Verbot und Verfolgung der antifaschistischen Opposition umgebaut: Ermordung des Sozialistenführers Giacomo Matteotti 1924; 1928 Inhaftierung des Mitgründers und Generalsekretärs der 1921 gegründeten kommunistischen Partei, Antonio Gramsci;  bis Anfang der 1930er Jahre Umbau Italiens zum "totalen Staat" mit Terror im Innern (italienischer Faschismus) und dem außenpolitischen Ziel Mussolinis eines „neuen Rom“ mit italienischer Hegemonie im Mittelmeerraum. Bereits 1922/23 war das im Ersten Weltkrieg verloren gegangenen Libyen (Tripolitanien) zurückerobert worden (Nordafrika). 1935 gab Mussolini den Befehl zum Überfall auf Äthiopien, das unter Einsatz von Giftgas brutal unterworfen wurde. 1936–1939 unterstützte Italien zusammen mit Hitler-Deutschland, dem sich Italien politisch immer stärker annäherte („Achse“ Berlin–Rom), die Franco-Truppen im spanischen Bürgerkrieg. 1937-1939 betrieb Mussolini die Erfassung aller in Italien lebender Juden und leitete "Maßnahmen zur Verteidigung der italienischen Rasse" ein - Italien, bislang noch Zufluchtsort vertriebener Juden aus Deutschland und Europa entwickelte sich zum antijüdischen Verfolgerstaat (Judenverfolgung in Italien).

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Juni 1940 griff Italien Albanien und Griechenland an, wurde aber von der griechischen Armee zurückgeschlagen (italienischer Überfall auf Griechenland). Diese Niederlage löste im April 1941 die deutsche Offensive auf dem Balkan aus. Mussolini setzte gegen innerparteilichen Widerstand die Teilnahme einer italienischen Armee am deutschen Ostfeldzug durch, der Ende 1942 mit der Vernichtung der italienischen Truppen endete. Die mit militärischen Mitteln verfolgten außenpolitischen Ambitionen des „Duce“ mündeten 1943 nach der Niederlage der deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika in einem innenpolitischen Kollaps: Kriegsmüdigkeit, Versorgungsmängel, die Landung der Westalliierten auf Sizilien im Juli 1943 und deren Luftangriffe auf italienische Städte führten zur Destabilisierung des Regimes und zum Sturz Mussolinis, als der faschistische Großrat ihm im Juli 1943 die Gefolgschaft verweigerte und Mussolini verhaften ließ.

Ein deutsches Kommando befreite Mussolini, denn Hitler wollte mit der Errichtung eines italienischen Satelliten-Regimes das Machtgefüge der „Achse“ Berlin–Rom mit allen Mitteln aufrecht erhalten und den Eindruck einer Niederlage des italienischen Faschismus vermeiden. Das zur Besatzungsmacht gewordene Nazi-Deutschland und die Satellitenregierung des Salò-Regimes konnten das Ende des italienischen Faschismus zwar hinauszögern, aber nur um den Preis eines 20 Monate anhaltenden Krieges auf italienischem Boden und der ebenso langen Zeit einer deutschen Besatzungsherrschaft (vgl. Kriegsaustritt Italiens; Kriegsverbrechen in Italien). Nach dem Zusammenbruch der deutschen Italienfront im April 1945 waren das Salò-Regime und mit ihm Mussolini am Ende: Partisanen stellten den Führer des italienischen Faschismus bei dessen Fluchtversuch in Richtung Schweiz und töteten ihn nach einem Standgerichtsurteil am 29. April 1945 am Comer See.

Literatur / Medien:
Mantelli, Brunello: Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, 4. Aufl. Berlin 2008; Feldbauer, Gerhard: Geschichte Italiens. Vom Risorgimento bis heute. Köln 2008; Schieder, Wolfgang: Der italienische Faschismus, München 2010;  de.wikipedia.org/wiki/Benito_Mussolini