Im Frühjahr 1940 wurden ca. 1,8 Millionen französische Soldaten von Deutschland gefangen genommen. Ca. 70.000 – meist Nord- und Schwarzafrikaner – blieben in 22 Frontstalags in Frankreich (vgl. hier) Die anderen wurden in die Kriegsgefangenenlager in Deutschland gebracht. Die meisten waren bis Mai 1945 eingesperrt und mussten in der Landwirtschaft und in der (Rüstungs-)Industrie arbeiten. Wer Arbeit verweigerte oder floh, wurde in Straflager gesperrt, insbesondere das berüchtigte Stalag 325 Rawa-Ruska bei Lwiw/Lemberg (Ukraine). Eine kurze Zeit waren die Kriegsgefangenen Objekt eines zweifelhaften Tauschgeschäfts (relève): Im Vorfeld der STO-Zwangsarbeit hatte Vichy der Bevölkerung den Tausch von drei Industriearbeitern gegen einen französischen Kriegsgefangenen in Aussicht gestellt, das Programm war ein jämmerlicher Fehlschlag.
Als die Kriegsgefangenen (und die Deportierten) im Frühjahr 1945 zurückkehrten, war das Land nicht wirklich darauf vorbereitet, die Befreiung des Landes lag schon Monate zurück, der Neuanfang hatte begonnen. Viele mussten manchmal lange auf einen neuen Arbeitsplatz warten: www.cheminsdememoire.gouv.fr/de/le-retour-des-prisonniers-de-guerre-en-1945 (dt.)

Literatur/Medien
Bories-Sawala, Helga: Franzosen im „Reichseinsatz“. Deportation, Zwangsarbeit, Alltag, 3 Bände,  Frankfurt/Main 1996.