Als Partisanen werden z.B. bewaffnete Kämpferinnen und Kämpfer gegen eine Besatzungsmacht bezeichnet. Sie führten Sabotagen, Anschläge auf Einrichtungen oder Angehörige der Besatzer durch. Viele Widerstandsgruppen schufen im Laufe der Zeit bewaffnete, militärische oder Aktionsgruppen. Sie gehörten nicht zu den regulären Streitkräften.
In Frankreich gab es – je nach Organisationsform – verschiedene Begriffe: Partisan, z.B. im Namen der Gruppe FTP (Franc-tireurs et partisans) oder im „Chant des partisans“ („Partisanenlied“, Text s. unten); Maquisards für Kämpfer, die meist in entlegenen, ländlichen Gebieten von einem Maquis aus operierten; groupes francs (freie bewaffnete Gruppen); groupes d’action (Aktionsgruppen).

Partisanenbekämpfung
Nach internationalen Übereinkommen müssen Partisanen u.U. wie Kriegsgefangene behandelt werden. Auch wenn sie die Kriterien für „Kombattanten“ nicht erfüllen, werden sie vor vorsätzlicher Tötung, Folter usw. geschützt. Diese völkerrechtlichen Regeln haben Wehrmacht, SS und ihre Helfer nicht nur im Krieg gegen die Sowjetunion und auf dem Balkan (ab 1941), sondern auch beim Kampf gegen die Résistance in Frankreich gebrochen. Anfang 1944 erklärten die Wehrmachtsbefehle Widerstandskämpfer praktisch für vogelfrei und ließen nicht nur die Tötung gefangener Partisanen/Maquisards zu, sondern es wurden auch der Zusammenarbeit mit der Résistance verdächtigte Personen getötet. Im Frühjahr und Sommer 1944 erschossen Wehrmacht und SS bei der sog. „Bandenbekämpfung“ oder „Säuberungsaktionen“ hunderte gefangene Résistants, machten Jagd auf Juden und STO-Verweigerer, erschossen Unbeteiligte als Geiseln und richteten unzählige Gräueltaten und Massaker unter der Zivilbevölkerung an (vgl. Aktion Brehmer, Sperrle-Erlass). Die so ermöglichte „Partisanenbekämpfung ohne Partisanen“ führte schließlich nach Oradour.

Literatur/Medien
Lieb, Peter: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44, München 2007, S. 231ff.
http://fr.wikipedia.org/wiki/Partisan_(gu%C3%A9rilla)
http://de.wikipedia.org/wiki/Partisan
http://fr.wikipedia.org/wiki/Le_Chant_des_partisans

 

Chant des partisans

Chant des Partisans / Partisanenlied (1943)

Text: Maurice Druon und Joseph Kessel (www.fndirp.asso.fr/chantpartisans.htm)
Musik: Anna Marly (www.youtube.com/watch?v=QRhg-Ioik8c)

Ami, entends-tu le vol noir des corbeaux sur nos plaines ?
Ami, entends-tu les cris sourds du pays qu'on enchaîne ?
Ohé, partisans, ouvriers et paysans, c'est l'alarme.
Ce soir l'ennemi connaîtra le prix du sang et les larmes.

Montez de la mine, descendez des collines, camarades !
Sortez de la paille les fusils, la mitraille, les grenades.
Ohé, les tueurs à la balle et au couteau, tuez vite !
Ohé, saboteur, attention à ton fardeau: dynamite...

C'est nous qui brisons les barreaux des prisons pour nos frères.
La haine à nos trousses et la faim qui nous pousse, la misère.
Il y a des pays où les gens au creux des lits font des rêves.
Ici, nous, vois-tu, nous on marche et nous on tue, nous on crève...

Ici chacun sait ce qu'il veut, ce qu'il fait quand il passe.
Ami, si tu tombes un ami sort de l'ombre à ta place.
Demain du sang noir sèchera au grand soleil sur les routes.
Chantez, compagnons, dans la nuit la liberté nous écoute...

Ami, entends-tu ces cris sourds du pays qu'on enchaîne ?
Ami, entends-tu le vol noir des corbeaux sur nos plaines ? …

Deutsch (übersetzt von KuBa / Kurt Barthel)

Freund, hörst du den Flug schwarzer Raben im Zug überm Lande?
Freund, hörst du, es klirrt eine Kette, man schirrt uns in Bande!
Prolet, auf den Plan, und du Bauernpartisan: Auf den Posten!
Heut nacht trägt der Feind für das Blut, das wir geweint, alle Kosten.

Aus den Schächten herauf, von den Bergen zuhauf, Kameraden,
Setzt Flinten instand, nehmt Patronen zur Hand und Granaten!
He, Haudegen, zück deinen Dolch und schlag zurück, lass sies spüren!
He, vorsichtig Mann, mit dem Päckchen, denn es kann explodieren!

Bricht Gitter und Stein, sind wir da und befrein unsere Lieben.
Von Hass und Not und von Hunger bedroht und getrieben.
Sind Länder, daliegt man im Bette wie gewiegt, ohne Sorgen.
Doch wir, wir marschieren, schlagen tot und wir, krepieren vielleicht morgen.

Wer mit uns ist, weiß, unsre Sache ist heiß und sehr teuer.
Freund, fällst du, so steht schon ein andrer und geht vor uns ins Feuer.
Geronnenes Blut bäckt am Weg in Sonnenglut, wo wir gingen.
Zieht singend zur Schlacht, denn die Freiheit hört zur Nacht unser Singen!

Freund, hörst du den Flug schwarzer Raben im Zug überm Lande?
Freund, hörst du, es klirrt eine Kette, man schirrt uns in Bande! …

Quelle: Selle, Irene (Hg.): Frankreich meines Herzens,  Leipzig 1987, S. 200ff.