Mitte 1944, zehn Monate vor der Kapitulation am 2. Mai 1945, wurde die Formation der „Schwarzen Brigaden“ gegründet, ein letzter Versuch des Salò-Regimes zur politisch-militärischen Mobilisierung. Treibende Kraft war ein alter Kampfgefährte Mussolinis, Alessandro Pavolini, Parteichef der faschistisch-republikanischenen Partei (PFR) des Salò-Regimes. Alle männlichen Parteimitglieder vom 16. Lebensjahr an wurden automatisch rekrutiert. Bei einer Mitgliederzahl der Partei im Frühjahr 1944 von ca. 480.000 war die zahlenmäßige Stärke der „Brigate Nere“ auf dem Papier beträchtlich, ihre tatsächliche Relevanz aber wesentlich geringer. Dennoch waren sie wegen ihres brutalen Vorgehens gegen Regimegegner – der Totenkopf an der schwarzen Uniformjacke zeigt, dass die SS als Vorbild diente – und wegen ihrer Mitwirkung bei der Widerstandsbekämpfung durch Wehrmacht und SS gefürchtet.

Literatur/ Medien:
Mantelli, Brunello: Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, Berlin 1999, S. 178;  Partigiani: Gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Der Widerstand in Italien. Katalog zur Ausstellung der Institute für Widerstand und Zeitgeschichte Modena, Parma, Reggio Emilia. (Hg. Antonio Canovi u. a.). Rom 1999, S. 43; Reichardt, Sven: Faschistische Kampfbünde. Gewalt und Gemeinschaft im italienischen Squadrismus und in der deutschen SA, Köln/Weimar/Wien 2002; de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Brigaden; anpi-lissone.over-blog.com/article-17235975.html