Der Begriff bezieht sich auf einen Erlass Hitlers, den der Chef der Wehrmacht, General Keitel am 7. Dezember 1941 in Kraft setzte. Straftaten gegen das Reich und die Besatzungsorgane in den besetzten West-Gebieten (Norwegen, Benelux, Frankreich) sollten vor Ort durch Kriegsgerichte nur noch dann verhandelt werden, wenn ein schnelles Todesurteil zu erwarten war. Ansonsten sollten die Personen heimlich nach Deutschland gebracht werden, ohne eine Spur zu hinterlassen. Die Angehörigen wurden nicht informiert, es gab keine Informationen über Haftort und Schicksal. Diese Ungewissheit sollte abschreckend wirken.

Bis Ende April 1944 wurden über 6.600 Personen als NN nach Deutschland deportiert. Die Angehörigen bekamen keinerlei Nachricht, die Gefangenen keine Besuchs- und Schreiberlaubnis. Im KZ Esterwegen (Emsland) wurden fast 3.000 NN-Häftlinge in einem abgeschirmten Bereich gefangen gehalten. Im KZ Natzweiler-Struthof waren 1943 etwa 1.000 NN-Gefangene aus Norwegen, Benelux und Frankreich eingesperrt.

Gedenken
Das besondere Schicksal der NN-Gefangenen wird auf zahlreichen Gedenksteinen und Denkmälern gewürdigt, z.B. dem Struthof-Denkmal in Paris 20°, Friedhof Père-Lachaise)
Der Film Nuit et Brouillard (dt.: „Nacht und Nebel“) von Alain Resnais wurde 1955 auf Druck der Bundesregierung von der Vorschlagsliste zum Filmfestival in Cannes abgesetzt: „er würde die Atmosphäre vergiften. Der gewöhnliche Zuschauer sei nicht in der Lage, zwischen den verbrecherischen Führern des NS-Regimes und dem heutigen Deutschland zu unterscheiden...“

Medien
www.cheminsdememoire.gouv.fr/fr/nn-deportes-condamnes-disparaitre
Film Nuit et Brouillard, F 1955 (Alain Resnais): http://www.youtube.com/watch?v=eZQi47SzzsA
http://de.wikipedia.org/wiki/Nacht_und_Nebel  
Lied/Chanson: http://fr.wikipedia.org/wiki/Nuit_et_Brouillard_(chanson)
http://deutsche-chanson-texte.de/index.php?title=Nuit_et_brouillard_(Nacht_und_Nebel)_-_Jean_Ferrat&redirect=no