Die Waffen-SS wurde als militärische Formation der allgemeinen SS (Parteitruppe der NSDAP) nach Auslösung des 2. Weltkriegs gebildet; zu ihr gehörten Kampfverbände und die Wachmannschaften der KZ. Sie unterstand Heinrich Himmler, dem „Reichsführer der SS“, und ab Kriegsbeginn militärisch der Wehrmacht.

Sie fiel durch brutales und grausames Vorgehen auf und beging zahlreiche Kriegsverbrechen (Massen-Erschießungen von Juden – allein 33.000 im Kiewer Vorort Babi Jar im September 1941 - und Sowjetmenschen, Massaker an Gefangenen, Partisanen und der Zivilbevölkerung, z.B. in Oradour-sur-Glane und Sant' Anna di Stazzema). Sie wurde vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg 1946 als verbrecherische Organisation verboten.

Die Waffen-SS hatte über 900.000 Mitglieder, am Kriegsende noch etwa 600.000. Darunter waren zunehmend ausländische Soldaten, zunächst Freiwillige, später auch zwangsrekrutierte, z.B. französische 'Malgré-Nous'. Neben ost- und südosteuropäischen „Hilfswilligen“ gab es auch eine französische und eine italienische Waffen-SS-Division („Charlemagne“ bzw. „Italia“).

In Frankreich wurde die Waffen-SS von der Wehrmacht besonderes mit der „Banden- oder Partisanenbekämpfung“ beauftragt und in den Kämpfen nach der Landung in der Normandie eingesetzt.
Die 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ (Kommandeur Heinz Lammerding) zog ab Mai 1944 in Südfrankreich eine regelrechte Blutspur aus – immer nach dem gleichen, dem Vernichtungskrieg im Osten entlehnten Muster begangenen  hundertfachen Morden, Gräueltaten, Anzünden von Dörfern, Deportationen und willkürlichen Erschießungen (vgl. z.B. Figeac, Gabaudet, Bretenoux). Der grausame Höhepunkt waren die Massaker von Tulle (9. Juni 1944: 99 Männer öffentlich erhängt, 101 in den KZ umgekommene Deportierte) und Oradour sur-Glane (10. Juni 1944: 624 Menschen, darunter 254 Frauen und 207 Kinder, erschossen oder lebendig in der Kirche verbrannt)
9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“: Erschießung von über 80 schwarzafrikanischen französischen Kriegsgefangenen in Chasselay bei Lyon im Juni 1940
12. SS-Panzer-Division „Hitler-Jugend“: willkürliche Erschießung von 86 Dorfbewohnern in Ascq bei Lille am 1./2. September 1944
17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“: mitverantwortlich für Tötung von 124 Dorfbewohnern, darunter 44 Kinder, Niederbrennen des Ortes Maillé am 25. August 1944

In Italien beging neben der 24. Waffen-SS-Gebirgs-(Karstjäger)-Division besonders die 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer-SS“ in der Zeit von August 1944 bis Mai 1945 zahllose Kriegsverbrechen  Massaker an der Zivilbevölkerung, Zerstörung und Niederbrennen von Dörfern, Deportation von Juden (vgl. Nozzano, San Terenzo Monti, Certosa-di-Farnate, Avasinis/Friaul). Die abscheulichsten Untaten waren die in Sant’Anna-di Stazzema: am 12. August wurden über 500 Menschen ermordet; und in Marzabotto: ab 29. September mordete sie 770 Menschen, darunter über 200 Kinder.

Gerichtsverfahren
Kein Waffen-SS-Offizier wurde wegen der Mordtaten und Kriegsverbrechen in Frankreich und Italien von einem deutschen Gericht verurteilt. Wenn die Justiz überhaupt Ermittlungen einleitete, wurden sie in fast allen Fällen eingestellt oder endeten mit Freispruch (so Friedrich Engel, angeklagt wegen 249-fachen Mordes an Geiseln; vgl. Turchino-Pass/Ligurien). Einzige Ausnahme: Ein Gericht in Berlin/DDR verurteilte 1983 Heinz Barth, Obersturmführer der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Ermordung der Bevölkerung von Oradour-sur-Glane) zu lebenslänglicher Haft – sein Divisionskommandeur Heinz Lammerding lebte und starb unbehelligt in Westdeutschland.
Zu den Urteilen internationaler, französischer und italienischer Gerichte vgl. die Artikel zu den genannten Orten sowie „Strafverfahren“ und „Kriegsverbrechen in Italien“.

Literatur/Medien
Delarue, Jacques: Trafics et crimes sous l'occupation, 2. Aufl., Paris 1993, bes. S. 413ff., 478ff.
Kartheuser, Bruno: Walter, SD in Tulle. Band 3: Die Erhängungen von Tulle. Der 9. Juni 1944, Neundorf 2004; Band 4: Die Erhängungen von Tulle. Ein ungesühntes Verbrechen, Neundorf 2008
Schreiber, Gerhard: Deutsche Kriegsverbrechen. Täter, Opfer, Strafverfolgung, München 1996
http://de.wikipedia.org/wiki/Waffen-SS; http://fr.wikipedia.org/wiki/Waffen-SS;
http://it.wikipedia.org/wiki/Waffen-SS