Region Hauts-de-France/Nord – Pas-de-Calais, Département Nord
          
Der Ort
Loos (auch: Loos-lez-Lille genannt) ist eine Stadt von 20650 Einwohner/innen und grenzt südwestlich an Lille.

Die Ereignisseehem. Gefängnis Loos; Quelle: Wikipedia
In dem neben einer Zisterzienser-Abtei erbauten Maison d'Arrêt errichteten die deutschen Besatzungsbehörden ab 1940 eines der größten deutschen Gefängnisse im Norden Frankreichs.
Sie sperrten während der Okkupation bis 1944 viele Verdächtige, Geiseln, Widerstandskämpfer und Oppositionelle ein. Mehr und mehr wurde Loos zur Drehscheibe für die Deportation.
Als nach der alliierten Landung in der Normandie (6. Juni 1944) die Repression zunahm, wurden immer mehr Gefangene nach Loos eingeliefert. Die Deutschen evakuierten Gefangene in den anderen Haftanstalten und verlegten sie nach Loos, im August waren es 1300. Sie trafen Vorbereitungen, die Gefangenen in die KZ zu deportieren. Der protestantische Pastor Marcel Pasche und der Schweizer Konsul Fred Huber erreichten in Verhandlungen, dass etwa 400 zu geringen Strafen verurteilte Häftlinge freigelassen wurden.
 
Gedenktafel Bahnhof Tourcoing (1947)Der 'Train de Loos'
Die Abfahrt des Zuges am 1. September 1944 vom nahen Bahnhof Tourcoing mit 872 Deportierten (nach anderen Quellen: 871) konnten sie oder die Résistance aber nicht verhindern. Über 720 waren Widerstandskämpfer, die anderen bei Razzien gegriffene Geiseln. Der Transport ging in das KZ Sachsenhausen und von dort in verschiedene Außenlager. Eine Anzahl war vorher zur Gleisreparaturen in Mühlheim(Ruhr) eingesetzt, andere in das KZ Buchenwald geschickt worden. Nur 284 (nach anderen Quellen: 275) Deportierte überlebten und kamen zurück.
 ehem. Mémorial vor dem Gefängnis
Gedenken
Ein Freundeskreis (Amicale des Déportés du Train de Loos) brachte eine erste Gedenktafel 1947 am Bahnhof von Toucoing an (noch mit der Zahl von 1250). Später wurde ein Mémorial in der Nähe des Gefängnisses errichtet und 12 Bronzetafeln mit den Namen der Deportierten aufgestellt; sie sind auch im 'Salle du train de Loos' der 'Coupole' in Saint-Omer zusehen. 2003 erschien das im Auftrag des Regionalpräfekten erstellte Buch von Yves Le Maner über das Drama des Train de Loos.
 
Stele FriedhofNach dem Abriss des Gefängnisses findet die jährliche Gedenkzeremonie bei der Stele zum Gedenken an die Stele (Ausschnitt)
Deportierten des Train de Loos auf dem Friedhof Delory statt. Ein Tafel trägt die Inschrift: „Niemals wird jemand glauben oder sich vorstellen können, was unsere Leiden und unsere Höllen-Qualen waren. Nur diejenigen, die wie wir das System der Nazi-Konzentrationslager und seine Barbarei erlebt und durchlitten haben, können verstehen, welches Martyrium das für uns war.
Auch an anderen Orten im Norden finden sich Gedenktafeln Deportierte des letzten Deportationszug, z. B. in Annezin.