Rückzug der spanischen Republikaner
Im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) waren die Westmächte neutral geblieben, während die faschistischen Staaten Deutschland und Italien die Putschisten und Franco unterstützten. Als nach drei Jahren Ende Januar 1939 die Front in Katalonien brach und Barcelona fiel, machten sich fast 500.000 republikanische Soldaten und Zivilisten auf den Weg nach Frankreich, das nach einigen Tagen die Grenzen öffnete. Frankreich war überfordert; innerhalb weniger Tage und Nächte strömten hunderttausende in das Departement Pyrénées-Orientales, sie wurden in die Dörfer am Mittelmeer dirigiert.

Elend der Strandlager
In Argelès-sur-Mer, Saint-Cyprien, Le Barcarès mussten sie sich Löcher in den Sand graben und sich notdürftig mit Decken und Planen gegen Kälte, Regen und Wind schützen. Erst nach und nach kam Material, um daraus Zelte, Hütten und Baracken aufzuschlagen. Die sanitären Bedingungen waren schlimm, zwischen Februar und Juli starben tausende Personen, vor allem an Durchfall. Dazu kam die moralische Erniedrigung: Die Kämpfer für Freiheit und Demokratie wurden als potentielle Verbrecher behandelt.

Wege der Exilierten
Im Sommer 1939 war ein Teil von ihnen nach Spanien zurückgekehrt, andere, darunter auch der Kern der Interbrigadisten, wurden in Lager wie Gurs, Le Vernet-d'Ariège, Bram, Agde verteilt. Die meisten Männer wurden in sog. Arbeitskompanien zu öffentlichen Arbeiten oder in der Forst- und Landwirtschaft herangezogen oder für Militärbauten an die Organisation Todt „ausgeliehen“, etwa 26.000 wurden beim Bau des Atlantikwalls eingesetzt (vgl. GTE; www.petergaida.de/gte/deutsch.htm). Über 7.000 wurden ab August 1941 in deutsche KZ deportiert, bes. nach Mauthausen, wo die meisten umkamen. Eine große Zahl schloss sich früh der Résistance an, man spricht von zehntausenden Maquisards im Südwesten Frankreichs. Bei Kriegsende lebten noch etwa 100.000 Exilspanier in Frankreich: Die Hoffnung auf den Zusammenbruch des Franco-Regimes zerplatzte, für viele kam eine Rückkehr erst nach Francos Tod 1975 in Frage. (vgl. http://fr.wikipedia.org/wiki/R%C3%A9fugi%C3%A9s_et_exil%C3%A9s_de_la_guerre_d'Espagne)

Gedenken
Der Retirada, des Exils und der erheblichen Rolle der Spanier in der Résistance wird erst seit wenigen Jahren gedacht, der Anstoß kam häufig von Nachkommen der Exilierten.
Museum/Gedenkstätte: in Argelès, La Jonquera; auch in Le Vernet, Rivesaltes, Toulouse
Denkmäler: Annecy, Argelès, Gurs, Prayols.

Medien
http://fr.wikipedia.org/wiki/Retirada
www.retirada.org/
http://argeles-retirada.fr/
http://www.fndirp.asso.fr/il%20y%20a%2070%20ans%20retirada.htm
Fotos/Bilder: www.google.fr/search?q=retirada&hl=de&biw=951&bih=571&prmd=ivns&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=ZIsQTvaeD42SswabuKnzDg&sqi=2&ved=0CFoQsAQ