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Barcelonnette

Region Provence-Alpes-Cote d'Azur, Departement Alpes-de-Haute-Provence

Der Ort
Kleinstadt mit 3.000 Einwohner/innen nahe der frz.-italienischen Grenze. Auto: Von Norden über Grenoble, N 85 →Gap bis Tallard, dann D 900 →Vallée de l’Ubaye; von Süden über die A 51, sortie/Abfahrt 24 Tallard, dann D 900.

Die Ereignisse
Fransösische résistants und italienische Partisanen vereinbarten 1944 eine enge Zusammenarbeit. Ein Treffen fand in der Moulin Chabre in Barcelonnette statt.
Am 6. Juni 1944, dem Tag der Landung in der Normandie, versuchte die Résistance, das Ubaye-Tal zu befreien, musste sich aber am 13.6. angesichts der deutschen Übermacht zurückziehen. Das Tal wurde dann nach der Landung in der Provence am 20. August 1944 befreit.

Maison Chabre (ehemalige Mühle) Gedenktafeln am Maison Chabre Résistance-Denkmal


Gedenken
Zwei Gedenktafeln an der Maison Chabre würdigen die Absprachen mit den italienischen Partisanen. Ein Denkmal an der Kreuzung von D 900 und D 209 erinnert an die Résistance und die Kämpfe im Ubaye-Tal.

Literatur/Medien
Département de Haute-Provence: Mémorial de la Résistance et des Combats de la Seconde Guerre Mondiale dans les Basses Alpes (Alpes de Haute-Provence), Digne 1992.
http://sudwall.superforum.fr/t1535-barcelonette-04-en-guerre


Text der zwei Gedenktafeln an der Maison Chabre (ehemalige Mühle)
„Hier entstand und wuchs der Widerstand gegen die deutschen Unterdrücker. An diesen Mauern sind die vorbeigezogen, die für die Unabhängigkeit und Größe Frankreichs gekämpft haben“.

„Am 22. Mai 1944 kam Duccio Galimberti, Volksheld der italienischen Resistenza, in dieses Haus, um die gemeinsame Aktion der Résistants des Piemont und der Provence zu besiegeln – Grundlage für die Vereinbarungen von Saretto, im Namen der italienischen und französischen Kämpfer, die den Traditionen der Ehre, des Opfers und des Ruhms treu geblieben waren.“


Der Vertrag von Barcelonnette
Nach einem ersten Treffen der französischen Résistance und italienischen Partisanen am 11. Mai 1944 an der Grenze (col Sautron) kamen am 22. Mai die italienische Delegation unter Duccio Galimberti und die französische unter Jacques Lecuyer und Ernest Chabre in Barcelonnette zusammen. Sie vereinbarten: Intensivierung der Kommunikation zwischen den beiden Tälern beiderseits der Grenze mit Hilfe von Sprechfunk; Austausch von Waffen; ständige, von zwei Offizieren geleitete Zusammenarbeit der italienischen und französischen Verbände, um gemeinsame Aktionen zu koordinieren; Austausch aller Verbindungen zu alliierten Truppen.

Die Vereinbarungen von Saretto/Piemont, oberes Maira-Tal
Am 29. Mai 1944 trafen Max Juvénal, Chef der Résistance-Region R 2 (etwa die jetzige Region PACA) und Livio Bianco, Vertreter des Befreiungskomitees von Piemont sowie die militärischen Chefs zusammen. Es kam zu einer politischen Vereinbarung: volle französisch-italienische Verbrüderung im Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialismus; militärisch: Vorbereitung eines Plans, um die Straßenpässe zwischen den Ländern unpassierbar zu machen und die deutschen Garnisonen zu vernichten.
Beispiele: Partisanen aus Cuneo lieferten den FFI Maschinengewehre und Mörser, sie gaben den Widerständlern Zuflucht und Schutz vor deutschen Razzien.