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Prato

Provinz Prato / Region Toskana

Die Stadt
Festung an der Piazza Maria delle Carceri (Fotos: Baldini)Die Provinzhauptstadt liegt an der Autobahn A 11 auf halber Strecke zwischen Pistoia und Florenz. Das Museo della Deportazione im Stadtteil Figline ist erreichbar über die Ausfahrt Prato West, weiter über die Viale Zhao bis zur Viale Cantagallo (Wegweiser zum Museo della Deportazione e Resistenza).

Die Ereignisse
Das faschistische und das deutsche Besatzungsregime wurden Anfang März 1944 durch einen vom Nationalen Befreiungskomitee koordinierten Generalstreik vor allem in den Industriezentren Norditaliens und der Toskana erschüttert. Der Streik wurde auch in Prato, dem traditionellen Zentrum der Textilindustrie, befolgt. Polizeikräfte und SS antworteten mit Razzien, Massenverhaftungen und Deportationen vor allem am Streik beteiligter Arbeiter, aber auch Unbeteiligter, die willkürlich verhaftet und zunächst in die alte Festung gebracht wurden. Über 300 Verhaftete, unter ihnen die „Rädelsführer“, wurden am 8. März 1944 mit einem Deportationszug in das Konzentrationslager Mauthausen bei Linz gebracht. Später wurden viele der Gefangenen in Außenlager von Mauthausen, insbesondere das Außenlager Ebensee verlegt. Von über 150 KZ-Gefangenen aus Prato haben nur 24 überlebt.

Gedenktafel am ehemaligen GefängnisGedenken

Gedenktafel für die Streikenden vom März 1944
Die Gedenktafel erinnert an den Ort der Inhaftierung vor der Deportation der Streikenden. Die jahrelange Gedenkarbeit einiger Pratenser Überlebender hat zur Gründung des Deportationsmuseums im Stadtteil Figline und zu der 1987 begründeten Städtepartnerschaft Prato–Ebensee geführt. Die Gedenktafel befindet sich an der Piazza Santa Maria delle Carceri.

 

 


Krypta der Deportierten
Auf dem Friedhof della Misericordia in der Via Galcianese in Prato werden Urnen von Opfern aus dem KZ Ebensee aufbewahrt. Die Krypta liegt unterhalb des Friedhofs und ist über eine Treppe von Santa Caterina zugänglich.

 

Gedenktafel der Frauenunion
An der Piazza del Comune ehrt eine von der Frauenunion Italiens gestiftete Gedenktafel die KZ-Opfer aus Prato.
  

Krypta mit Urnen der KZ-Opfer (Foto: Baldini) Gedenktafel in der Krypta (Foto: Baldini) Ehrentafel der Frauenunion an der Piazza del Comune (Foto: Baldini)

Gedenktafel für die Militärinternierten (Foto: Baldini)Gedenktafel für die Militärinternieren
An der Piazza San Marco erinnert eine Gedenktafel an die Leiden italienischer Soldaten, die zwischen 1943 und 1945 in deutsche Konzentrationslager deportiert worden sind.  

Museum und Dokumentationszentrum in Figline di Prato
Das Dokumentationszentrum und das Museum „Fondazione Museo e Centro di documentazione della Deportazione e Resistenza – LUOGHI DELLA MEMORIA TOSCANA“ liegt im Stadtteil Figline di Prato.


Literatur / Medien:
Andrae, Friedrich: Auch gegen Frauen und Kinder. Der Krieg der deutschen Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in Italien 1943–1945, München/Zürich 1995; Katalog des Museo della Deportazione e Resistenza (deutsche Ausgabe); wikipedia (Stichwort: Roberto Castellani)
www.museodelladeportazione.it
http://resistenzatoscana.org/monumenti/prato/cippo_ai_deportati_degli_scioperi/
http://resistenzatoscana.org/monumenti/prato/lapide_ai_soldati_internati/
http://resistenzatoscana.org/monumenti/prato/cripta_dei_deportati/
http://resistenzatoscana.org/monumenti/prato/lapide_ai_caduti_nei_campi_di_concentramento/ (Fotos: Baldini)