Region Friaul-Julisch Venetien / Provinz Triest

Der Ort
Opicina liegt ca. 4 km von Triest entfernt am Rande des Karstplateaus. Wie in allen Kleinstädten und Orten in der Umgebung von Triest besteht die Mehrheit der Bevölkerung aus Slowenen. Opicina ist heute ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Richtung Ljubljana und Rijeka. Eine der großen Attraktionen ist die Trambahn, eine als Schienenseilbahn betriebene Straßenbahn, die seit 1902 Opicina mit Triest verbindet. In der KuK-Monarchie war sie vor allem wichtig für den Transport von Soldaten in die Kaserne von Opicina, heute transportiert sie vor allem Touristen.  Ab September 1943 gehörte Opicina in den Bereich der Operationszone Adriatisches Küstenland.

Die Ereignisse
Auf dem Schießplatz (Poligono di tiro) von Opicina ließ bereits das faschistische Italien Exekutionen durchführen. Unter anderem wurden am 15. Dezember 1941 nach Prozess des in Triest tagenden "Sondergerichtes für die Staatsverteidigung" (Tribunale Speciale per la difesa dello Stato, auch:Tribunale Speciale Fascista) 5 slowenische Widerstandskämpfer erschossen, unter ihnen auch Pinko Tomažič. 
Am 3. April 1944 verübte eine Gruppe von Partisanen ein Attentat auf das Kino in Opicina, das von deutschen Soldaten besucht wurde. Bei der Explosion der Bombe wurden sieben Soldaten getötet. Unmittelbar darauf wurden 72 Geiseln (in anderen Quellen 71) gefangen genommen und in 10-er Gruppen auf dem Gelände des Poligono di Tiro exekutiert. Die Körper des Getöteten wurden anschließend im Krematorium der Risiera San Sabba verbrannt.

Gedenktafel für Rozalija GulicGedenken

Hinweisschild zum PoligonoTafel am PoligonoPoligono di Tiro
liegt ca. 3 km außerhalb von Opicina an der Via Nazionale Nr. 200. Das Gelände ist nicht leicht zu finden, ist eingezäunt und nur für zwei Stunden – am Sonntagvormittag und von Mittwoch bis Samstag nachmittags – zugänglich. In der Nähe des Eingangs gibt es eine Gedenktafel für 71 dort ermordete Geiseln. (Information unter Tel. +39-040-212377/ 8990821;  E-Mail: info@tiroasegnotrieste.191.it )
Nähere Informationen in der Gedenkstätte Risiera San Sabba in Triest: www.retecivica.trieste.it/triestecultura/new/musei/risiera_san_sabba/

Gedenken an Rozalija Gulic
In Zentrum der Stadt, in der Via Nazionale, befindet sich an einem Haus die Gedenktafel für Rozalija Gulic, Partisanin und Mutter von sechs Kindern, die von den Deutschen am 7. März 1944 hingerichtet wurde.

Literatur / Medien:
Wedekind, Michael: Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien. 1943 bis 1945. Die Operationszonen „Alpenvorland“ und „Adriatisches Küstenland“ (= Militärgeschichtliche Studien. Bd. 38), München 2003, S. 453;  digilander.libero.it/lacorsainfinita/guerra2/schede/stragi.htm