Holocaust MemorialDas Holocaust Memorial Thessalonikis steht an der dem Meer zugewandten Seite des Eleftheria-Platzes an der Uferpromenade.

Ereignisse am heutigen Standort
Am 7. Juli 1942 erließ der Befehlshaber Saloniki-Ägäis die Anordnung zur Zwangsarbeit für alle männlichen unbeschäftigten Juden griechischer Staatsangehörigkeit bis zum Alter von 45 Jahren. Am 11. Juli 1942 - dem „Schwarzen Sabbath“ - mussten sich ca. 8.000 registrierte Männer auf dem Eleftheria-Platz in Thessaloniki einfinden, wo sie unter entwürdigenden Schikanen öffentlich gemustert wurden. Ca. 3.500 Juden, die kein Beschäftigungsverhältnis nachweisen konnten, wurden zwangsverpflichtet und vorwiegend im Straßenbau eingesetzt. Die Aktion trug alle Merkmale der „Vernichtung durch Arbeit“: Die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen forderten bis zur Einstellung dieser Maßnahme im Oktober 1942 ca. 400 Tote (siehe: Judenverfolgung in Griechenland).

Gedenken
Öffentliche Musterung, Foto: Bundesarchiv1997, als Thessaloniki Kulturhauptstadt Europas war, wurde das Holocaust Memorial errichtet. Davor gab es lediglich auf dem abgelegenen neuen jüdischen Friedhof eine Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, an der an die Deportation und fast vollständige Vernichtung der größten jüdischen Gemeinde Griechenlands erinnert wird, die vor Beginn der deutschen Besatzung noch ca. 50.000 Mitglieder zählte.
Das neue Holocaust Memorial wurde von dem serbischen Künstler Nandor Glid geschaffen, nach dessen Plänen auch das Internationale Mahnmal im KZ Dachau entstand. Die Bronze-Skulptur stellt eine siebenarmige Menora dar, deren Flammen stilisierte menschliche Körper verschlingen. Die Gedenkstätte wurde an ihrem ersten Standort - hinter dem ehemaligen Baron-Hirsch-Hospital - am 23. November 1997 vom griechischen Staatspräsidenten Konstantinos Stefanopoulos enthüllt.
Zur Erläuterung der Geschichte des PlatzesSeit dem Jahr 2007 steht das Holocaust Memorial am Eleftheria-Platz (Platz der Freiheit). In den Sockel eingelassene Gedenktafeln erinnern auch in englischer Sprache an das Schicksal der in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ermordeten jüdischen Bevölkerung Thessalonikis.
An der Stirnseite des als Parkplatz genutzten Eleftheria-Platzes - eine Umgestaltung des Platzes ist projektiert - stehen Hinweistafeln, die die Geschehnisse des „Schwarzen Sabbaths“ etwas erläutern.

Literatur / Medien:
Molho, Rena/ Hastaoglou-Martinidis, Vilma: Jüdische Orte in Thessaloniki – Ein historischer Rundgang, Athen 2011; www.isjm.org/jhr/nos3-4/salonmem.htm; www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19144