Region Bretagne, Departement Finistère

Der Ort
Brest ist mit ca. 142.000 Einwohner/innen die größte Stadt des Departements Finistère in der westlichen Bretagne. Brest ist Industrie- und Marinestandort, zugleich ein bedeutender Naturhafen von strategischer Bedeutung mit einer 150 km langen Bucht.
Das Memorial du Finistère im Fort Montbarey liegt an der Allée Bir Hakeim, westlich an der Porte Océane auf der Voie express Richtung Le Conquet (an dem Kreisverkehr Koenig gekennzeichnet). Mit dem Bus Linie N° 1, 4, 26 und 28 zu erreichen, Haltestelle Route du Conquet.

Fort Montbarey: Waggon der Deportierten

Geschehen
Brest, am 19. Juni 1940 von den Deutschen eingenommen, wurde zu einem der wichtigsten Stützpunkte am Atlantikwall, versehen mit U-Boot-Bunkern. Die Resistance fing in Brest früh mit dem Übersetzen von Frauen und Männern nach Großbritannien an. Ab 1941 entwickelten sich Nachrichtendienst- und Fluchtnetzwerke, es gab Attentate und Sabotagen. Elf junge Einwohner Brests wurden 1941 auf dem Mont-Valérien erschossen, 27 deportiert. Die Hafenstadt wurde wegen ihrer strategischen Bedeutung – dort waren die Kreuzer Gneisenau, Scharnhorst und Prinz Eugen stationiert – öfters bombardiert (275 zivile Tote und 358 Verwundete). Bis Juni 1944 gab es tags und nachts Bombardierungen – allein 150 im Jahr 1944 (4.000 Bomben fielen auf Brest). Die Belagerung der Festung unter dem deutschen Kommandanten Ramcke dauerte 43 Tage. Am 9. September starben 373 Menschen während eines Brandes im Schutzbunker Sadi-Carnot. Die Stadt wurde am 18. September 1944 befreit. Sie war zu 90% zerstört: fast 6.000 Gebäude völlig, über 10.000 teilzerstört. Wegen ihres heldenhaften Widerstands bekam die Stadt die Medaille der Resistance und die Ehrenlegion.

Fort Montbarey: Gang zur Krypta der Erinnerung

Gedenken
Die Festung Fort Montbarey wurde zur Verteidigung der Stadt 1784 unter Ludwig XVI. gebaut. 1984 wurde sie von der französischen Marine der Denkmal-Vereinigung zur Verfügung gestellt und wurde zu einem Gedenkort für den Zweiten Weltkrieg. Sie erinnert an die Besetzung und an die 9000 Menschen aus dem Finistère, die „für Frankreich starben“.

Das Museum umfasst 5 Haupträume:

1. Unterkunft für 100 Soldaten. Heute Aufführungsraum (Video „Brest im Krieg“)
2. Artilleriewerkstatt. Die Ausstellung beschreibt die Flucht in Schiffen nach Großbritannien
3. Ehrenhalle mit Landkarten über den Krieg und Orte, die mit Auszeichnungen geehrt wurden. Krypta der Erinnerung mit den Namen der Toten des Finistère und Alliierten, die im Kampf gestorben sind.
4. Artilleriewerkstatt, mit Fahrzeugen. Ausstellung: Brest im Krieg
5. Unterkunft für 500 Soldaten. Ausstellung über die 1. Französische Armee
Im Arrondissement Sud neben dem 1. Raum befinden sich das Mehllager mit Unterkünften (es diente als Speise- und Aufenthaltsraum für deutsche Offiziere) sowie eine Ausstellung, die den FFI-Piloten aus dem Finistère gewidmet ist.

In der Bäckerei befindet sich die Ausstellung über die Kriegsschauplätze außerhalb Frankreichs (Freies Frankreich), die Verwaltung mit Holzvorrat und das Weinlager. Der Waggon der Deportierten erinnert an die Eisenbahner im Krieg und an die Deportierten aus dem Finistère. Ausgestellt werden ebenfalls Panzer und Fahrzeuge, die an der Landung in der Normandie teilgenommen haben. Im Arrondissement Nord neben dem Raum 5 befinden sich die Apotheke und das Krankenrevier. Ferner ein Raum der Résistance (mit den Netzwerken, Bewegungen und Maquis) und ein Raum der Deportation.
Das Museum ist ganzjährig geöffnet von Montag bis Freitag 9–12 Uhr und 14–18 Uhr: Mémorial Fort de Montbarey, Allée Bir-Hakeim, B.P. 53111, F-29231 Brest cedex 3, E-Mail: fort.montbarey@online.fr

Medien
http://www.brest-metropole-tourisme.fr/de/ihr-urlaub/15-le-fort-montbarey-memorial-du-finistere
http://www.cheminsdememoire.gouv.fr/page/affichelieu.php?idLang=fr&idLieu=1561
http://www.cheminsdememoire.gouv.fr/page/affichelieu.php?idLieu=1561&idLang=de