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Massa / Marina di Massa

Region Toscana / Provinz Massa-Carrara

MalaspinaDie Stadt
Massa mit nahezu 80.000 Einwohnern liegt am Fuß der apuanischen Alpen kaum mehr als 100 km westlich von Florenz. Die Stadt ist  der Hauptort der Provinz Massa-Carrara. Massa ist bekannt durch sein gut erhaltenes mittelalterliches Zentrum, auch wegen der Festung Malaspina, vor allem aber wegen seiner Marmorgewinnung und -verarbeitung in und um Massa. Während des italienischen Faschismus wurde Massa 1938 mit den Orten Carrara und Montignoso zur Gemeinde Apuania zusammengefasst. Seit 1946 ist die Kommune wieder selbständig.

 

Der Stadtteil Marina di Massa, ein beliebter Ort des Sommertourismus am Meer, mit nahezu 20.000 Einwohnern, ist durch eine Schnellstraße mit der Stadt verbunden.

Die Ereignisse
Im Zuge des Ausbaus der „Gotenlinie“ wurde ab Juli 1944 mit der Evakuierung der Bevölkerung der ganzen Region der Versilia – der Küstenregion zwischen Lucca, Carrara und Massa – begonnen. Im Laufe des Jahres 1944 wurde die Festung Malaspina, die als Gefängnis diente, häufig das Ziel von Partisanenangriffen und auch von Bombenangriffen der Alliierten. Die SS befürchtete, dass vor allem die dort inhaftierten politischen Gefangenen fliehen und sich den Partisanen anschließen könnten. Das Gefängnis wurde geräumt und den regulären Truppen überlassen. Am 14. und 15. August 1944 wurden 65 Gefangene entlassen, um Platz für 74 aus dem Süden mitgeschleppte politische Gefangene zu machen – Antifaschisten aus Livorno, Pisa, Lucca, aus Griechenland und Albanien. Am 10. Denkmal für die ResistenzaSeptember wurden diese Häftlinge aus dem Gefängnis geholt und an verschiedenen Orten der Umgebung ermordet. Die verbliebenen über 160 Häftlinge –  „unpolitische“ Gefangene, von der SS als „lebensunwerte“ Existenzen eingeordnet – wurden am 16. September auf Lastwagen gepfercht und 159 von ihnen am Ufer des Frigido mit Maschinengewehren erschossen. Verantwortlich für diese brutale Aktion war höchstwahrscheinlich die 16. Panzer-Armee-Aufklärungsabteilung unter Walter Reder (Andrae, S. 211)

Gedenken
Im Zentrum von Massa symbolisiert auf dem Largo Matteotti zu Ehren der Resistenza eine marmorne Denkmalgestaltung in Form einer Blume an das bekannte Partisanenlied „Bella Ciao“.

Monument für die Opfer der Provinz Massa-Carrara

 

Auf einer Verkehrsinsel an der Straßenkreuzung zwischen Massa, Massa Marina und dem Stadtteil Avenza erinnert ein großes Monument an die Verbrechen der Besatzungszeit in der Provinz Massa und an die Opfer in Bergiola Foscalina, in Forno, Vinca, Fosse del Frigido, Sant'Anna di Stazzema, Bardine San Terenzo und an die Resistenza insgesamt. Auf einer großen Steintafel bedankt sich die Stadt Massa bei der Bevölkerung der nahe liegenden Dörfer in den Apuanischen Alpen für die Aufnahme der EinwohnerInnnen Massas nach der erzwungenen Evakuierung im Herbst 1944.
Dank an die Kommunen Relief an dem DenkmalEiner der Gedenksteine

Fosse del Frigido
Am Ufer dieses kleinen Flusses, der bei Marina di Massa ins Meer mündet, hinter der kleinen mittelalterlichen Kirche San Leonardo al Frigido an der Via Taberna Frigida und ganz in der Nähe des Denkmals für die Ofer der Provinz Massa, erinnern Informations- und Gedenktafeln sowie eine Gedenkstätte an die Verbrechen vom 16. September 1944.

Gedenkstätte am Fosse Frigido (Foto: Baldini) Informationstafel Gedenktafel für die Opfer

Literatur / Medien:
Andrae, Friedrich: Auch gegen Frauen und Kinder. Der Krieg der deutschen Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in Italien 1943-1945. München- Zürich 1995, S. 204, 211; Schreiber, Gerhard: Deutsche Kriegsverbrechen. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996, S. 192; Simonis, Paolo de: Passi nella memoria. 3. Guida ai luoghi delle stragi nazifasciste in Toscana, 2004,  S. 49-59 (+ Wanderkarte)
http://resistenzatoscana.it/monumenti/mappa/massa/; http://resistenzatoscana.it/monumenti/massa/monumento_delle_fosse_del_frigido/ (Foto: Baldini)