In den Ländern Europas, die von Nazi-Deutschland besetzt waren, erinnern sich noch heute in Tausenden von Orten Überlebende und die Familien der Opfer an die Verbrechen der Kriegs- und Besatzungszeit und an den Widerstand. Die damaligen Geschehnisse, meist mörderisch und blutig, die schließlich mit der Niederlage der Eroberer und dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition und des Widerstandes endeten, sind Teil des kollektiven Gedächtnisses dieser Länder und werden in zahlreichen Museen und Geschichtsinstituten dokumentiert. Ungezählte Gedenkstätten, Gedenktafeln und -steine ehren die Opfer. Reisende aus Deutschland – von Ausnahmen abgesehen – besuchen die Orte und Zeichen der Erinnerung nur selten. Oft wissen sie nichts von deren Existenz. Einschlägige Informationen und Darstellungen in deutscher Sprache sind tatsächlich meist nur schwer zu finden. Sie sind zwar in wissenschaftlicher oder besonderer „Gedenk-Literatur“ enthalten, aber in der Regel schwer zugänglich oder auf Internet-Seiten zu finden, die sich auf einzelne Orte oder auf einzelne Themen beziehen.

Die Webseite www.gedenkorte-europa.eu will zu Besuchen dieser Gedenkorte anregen, die Wege dorthin aufzeigen und erste Informationen anbieten. Die jeweiligen Quellen-, Literatur- und Medienhinweise und das den Ländern zugeordnete Literatur- und Medienverzeichnis weisen auf vertiefte Informationsmöglichkeiten hin.
Zur Zeit sind zunächst Gedenkorte in den Ländern Frankreich, Griechenland und Italien dargestellt. Sie sind nach Regionen geordnet. Ausnahmen von dieser Ordnung sind erläutert. Ausgewählte Kurzbiographien und Sachstichworte ergänzen die regionalen und lokalen Informationen. Vollständigkeit ist in keiner Weise angestrebt – sie ist allein schon wegen der großen Zahl der betroffenen Orte nicht möglich. Die Literatur- und Medienhinweise und das Internet können bei der Suche nach Informationen über nicht dargestellte Orte behilflich sein. Anregungen und Ergänzungen, Vorschläge und Kritik von Besucherinnen und Besuchern der Homepage sind unter der Rubrik „Kontakt“ sehr willkommen.

Die Redaktion plant, weitere Länder Europas – Litauen und Polen – zu einem späteren Zeitpunkt in die Webseite einzubeziehen.

Das Projekt „Gedenkorte Europa“ des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 wurde durch finanzielle Förderung der Otto-Brenner-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie durch private Spenden ermöglicht.

Der Redaktion gehören an: Thomas Altmeyer, Sabine Bade, Lennart Bartelheimer, Florence Hervé, Christoph Jetter, Beate Kosmala, Reinhard Lauterbach, Hanni Skroblies, Hermann Unterhinninghofen.

 

Die Redaktion, Februar 2016