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Ascq

Region Nord – Pas-de-Calais, Departement Nord

Der Ort
Stadtteil von Villeneuve-d’Ascq, 64.000 Einwohner/innen, wenige km östlich von Lille an der A 26/N 227. Bahnhof Baisieux/Ascq der Strecke Lille–Tournai.

Die Ereignisse
Eine Widerstandsgruppe brachte in der Nacht zum 2. April 1944 im Bahnhof von Ascq einen Zug mit Soldaten der SS-Division „Hitlerjugend“ zum Entgleisen, verletzt wurde niemand. Noch in der Nacht begannen die Deutschen eine Jagd auf alle Männer: 86 willkürlich ausgesuchte Menschen zwischen 15 und 75 Jahren wurden erschossen. In einem Nachkriegsprozess wurde SS-Obersturmbannführer Walter Hauck 1949 in Lille zum Tode verurteilt, 1957 nach Begnadigung entlassen. Ähnliches geschah mit acht weiteren deutschen Soldaten.

Denkmal Tertre des massacrés (© S.H.V.A.M. / Mémorial d'Ascq) Gedenkstätte Ascq 1944 Gräber der Ermordeten (© Luc Beaumadier, wikimedia)

Gedenken
Als „längste Nacht“ bleibt das Massaker im Gedächtnis der Menschen. Am Ort des Verbrechens befinden sich ein Denkmal („Tertre des massacrés“) mit der Inschrift „Zum Gedenken an die, die eines ungerechten Todes starben“ und ein Museum: Musée Mémorial Ascq 1944, 79, rue Mangin, F-59493 Villeneuve-d’Ascq; http://shvam.fr/index.php?option=com_content&view=article&id=126&Itemid=152&lang=fr
Die „Opfer des Massakers vom 2. April 1944“ sind auf dem Friedhof von Ascq begraben, Rue de l'Abbé Lemire, nahe der Gedenkstätte.

Literatur/Medien
Lieb, Peter: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44, München 2007, S. 266ff.
http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Ascq