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Billy-Montigny

Region Hauts-de-France/Nord – Pas-de-Calais, Departement Pas-de-Calais

Der Ort
Ehemalige Bergbau-Gemeinde mit ca. 8200 Einwohner/innen (2014) im Großraum Lens/Hénin-Beaumont. Bahnhof: Regionalzüge →Lens/Lille und Douai/Valenciennes. Mit dem Auto von Arras 25 km (N 17 →Lens bis Avion, dort auf D 40/D 46).

Die Ereignisse
Grubenkatastrophe 1906
1906 wurden 1099 Bergleute der Compagnie de Courrières aus Billy-Montigny und drei Nachbarorten durch eine Kohlenstaubexplosion getötet, 576 konnten gerettet werden. Fast vier Wochen nach dem Unglück konnten 13 Bergleute lebend im Schacht von Billy-Montigny ans Tageslicht gebracht werden.

„Parcours der Geretteten“; Quelle: Hemmer, Wikipedia Nécropole Opfer Grubenunglück; Quelle: Hemmer, Wikipedia Denkmal für die Opfer der Grubenkatastrophe

Denkmal Detail: Namen von Erschossenen

Denkmal Erschossene, Internierte und Deportierte

An das Grubenunglück und an die Rettung der 13 Bergleute erinnert der 2006 eingeweihte 'Parcours des Rescapés'. Auf 21 Metalltafeln informiert er über die Rettungsaktivitäten und die Zeit der 13 Überlebenden in den dunklen Bergwerksstollen. Er startet am Nécropole/Ehrenfriedhof in Méricourt, 93 Rue Urianne Sorriaux, und führt über ca. einen Kilometer nach Billy-Montigny zum Ort des ehemaligen Schachts Nr. 2 (300 F Rue Gutenberg). Jeweils um den 10. März findet eine Gedenkzeremonie statt. Auf dem Friedhof von Billy-Montigny erinnert ein Denkmal an die Toten aus der Stadt (Eingang 39 Rue de l'Égalité). 

Deutsche Besatzung und Widerstand
Die Bergleute der Kohlengrube beteiligten sich am Bergarbeiterstreik in Nordfrankreich 1941. Am 4. Mai demonstrierten Hausfrauen im Ort und vor dem Direktionsgebäude; sie machten schwankenden Bergarbeitern Mut und hinderten Streikbrecher am Zugang zur Grube.

Kurz nach der alliierten Landung in der Normandie brachen hunderte Résistants (meist FTP, auch OCM und Voix-du-Nord) aus dem Kohlerevier des Pas-de-Calais, darunter auch aus Billy-Montigny, zu den 'Maquis der Ardennen' auf – voller Elan, tagsüber, zu Fuß, schlecht bewaffnet und ohne Erfahrung. Von wem der Aufruf ausging, ist bis heute unklar. Sie wurden von deutschen Soldaten nahe Cambrai im Wald von Bourlon und Halincourt eingekreist. Zwischen dem 11. und 14. Juni wurden 34 Maquisards im Kampf getötet. Die anderen wurden gefangen genommen, nach Arras gebracht und dort vom deutschen Militärgericht im Schnellverfahren verurteilt. 44 Maquisards wurden zwischen dem 14. und 18. Juni 1944 in der Zitadelle von Arras hingerichtet, darunter zehn junge Männer aus Billy-Montigny. 

Gedenken
Widmung des Denkmals der Nazi-OpferEbenfalls auf dem Friedhof befindet sich das Denkmal (von 1945) der Erschossenen, Deportierten und Naziopfer. Es ist gewidmet „unseren Helden, die von den hitlerischen Besatzern deportiert, interniert oder erschossen worden sind. Im Gedenken an alle Réistancekämpfer (1940-1945), die auf dem Feld der Ehre gefallen sind und ihr Leben für unsere Freiheit gegeben haben.

Literatur/Medien
Dejonghe, Étienne/Le Maner, Yves: Le Nord – Pas-de-Calais dans la main allemande 1940-1944, Lille 1999, S. 346
Fossier, Jean-Marie: Zone interdite. Nord Pas-de-Calais, Paris 1977, S. 275f.
https://de.wikipedia.org/wiki/Grubenungl%C3%BCck_von_Courri%C3%A8res 
http://memoiresdepierre.pagesperso-orange.fr/alphabetnew/b/billymontigny3945.html 
https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89milienne_Mopty (Demo 4.6.41)
http://maitron-fusilles-40-44.univ-paris1.fr/spip.php?article143137 
https://fr.wikipedia.org/wiki/Billy-Montigny