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Modena

Region Emilia-Romagna

Die Ghirlandina - das Wahrzeichen der StadtDie Stadt
Die Privinzhauptstadt Modena (175.000 Einwohner/innen), als, „Automobil-Stadt“ (Ferrari, Maserati), aber auch als die Stadt des „Aceto Balsamico“ berühmt, liegt an der Autobahn A 1, von Mailand kommend ca. 40 km vor Bologna.

Gedenktafel für die nach Deutschland Deportierten

Die Ereignisse
Am Anfang der Okkupationszeit 1943–1945 stand in Modena eine eindrucksvolle Solidaritätsaktion. Auf der heutigen Piazzale Giovani di Tien An Men (dem Platz der früheren Zitadelle) waren nach dem 8. September 1943 ca. 10.000 von der deutschen Wehrmacht gefangen genommene italienische Soldaten zur Deportation nach Deutschland zusammengetrieben worden. Mutige Bürgerinnen und Bürger verhalfen in einer spontanen Aktion Hunderten von Soldaten zum Entkommen in Zivilkleidern.

Die Piazza Grande hinter dem Dom Modenas diente der deutschen Besatzungsmacht und den Faschisten als Tribüne für ihre Verbrechen, mit denen sie die Aktiven des Widerstands und die Bevölkerung der Stadt einzuschüchtern hofften. Am 30. Juli 1944 fand nach einem Sabotageanschlag auf deutsche Militärfahrzeuge, bei dem ein Soldat verwundet worden war, eine besonders grausame Vergeltungsaktion statt. Zur „Sühne“ für den Anschlag wurden zwanzig Männer – inhaftierte Partisanen und Zivilisten aus Modena – vor dem Bischofspalast exekutiert und anschließend dort zur Schau gestellt. Eine ebenso grausame Hinrichtung von drei Widerstandsangehörigen durch die faschistische Nationalgarde fand am 10. November 1944 fast an gleicher Stelle der Piazza statt.

Gedenktafel für Angelo Fortunato Formiggini

Das Gedenken
Aus Protest gegen die Anfang November 1938 erlassenen Rassegesetze Italiens (vgl. Judenverfolgung in Italien) stürzte sich am 28. November 1938 der jüdische Schriftsteller Angelo Fortunato Formiggini von der Ghirlandina, dem Turm des Doms seiner Heimatstadt Modena, zu Tode – eine Verzweiflungstat. An den Todessturz Formagginis erinnert ein Gedenkstein an der Mauer des Palazzo Communale. Zwei Gedenktafeln an der dem Platz zugewandten Wand des Bischofspalastes erinnern an die Hinrichtungen  vom 30. Juli und vom 10. November 1944.

Am Fuß der Ghirlandina blickt man auf große Tafeln mit mehreren hundert Porträtfotos von Partisanen, die in der Provinz Modena gefallen sind.

Gedenktafeln für die gefallenen Partisanen der Provinz Modena Portraits der gefallenen Partisanen

Die Synagoge von ModenaDie jüdische Gemeinde
Nach Erlass der Rassegesetze in Italien am 8. September 1938 hat das solidarische Verhalten von zahlreichen Bürgern, Widerstandsangehörigen, von Priestern und kirchlichen Einrichtungen und auch von Vertretern der Administration in Modena dazu beigetragen, dass eine große Zahl Angehöriger der großen und traditionsreichen jüdischen Gemeinde Modenas gerettet werden konnte. Die Zahl der nach Auschwitz Deportierten ist im Vergleich zu anderen Orten deshalb vergleichsweise gering geblieben.

Die 1873 im damaligen Ghetto erbaute und heute beeindruckend renovierte Synagoge steht an der Piazza Mazzini.


Denkmal für die Soldaten der Division AcquiDenkmal für die Gefallenen der Division Acqui
Das Denkmal steht an der Via Divisione Acqui am Rande des Parco Divisione Acqui. Es ist den 111 aus Modena stammenden Angehörigen der Division Acqui  gewidmet, die von der deutschen Wehrmacht im September 1943 auf Kephalonia und Korfu ermordet wurden.

Istituto Storico della Resistanza di Modena
Das Istituto Storico di Modena hat zu den Ereignissen während der Okkupationszeit eine Broschüre und einen Stadtplan mit vielfältigen Informationen zur Gedenkrundgängen in der Stadt herausgegeben.
Adresse: Via Ciro Menotti 137, 41100 Modena, Tel. 0039 059 219442, 45; associazioni.monet.modena.it/iststor/index.php; E-Mail: istituto@istitutostorico.com

Literatur / Medien:
Istituto storico di Modena, Modena tra guerra e Resistenza. Itinerari / Carta di storia e memoria 1943; Silingardi, Claudio: Alle Spalle della Linea Gotica. Storie Luoghi Musei di Guerra e Resistenza in Emilia-Romagna, Modena 2009; S. 67 ff.; Silingardi, Claudio / Montanari, Metella: Storia memoria della Resistenza modenese 1940–1999, Rom 2006, S. 245; www.manifestipolitici.it/istitutostoricodimodena-k-12-0.html; de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Fortunato_Formiggini