Region Piemont / Provinz Turin

Der Ort
Gedenkstätte auf dem Monte FreidourDer Monte Freidour ist ein 1.445 Meter hoher Berg in den Cottischen Alpen des Piemont im Parco Naturale del Monte Tre Denti - Freidour.
Erreichbar ist Monte Freidour über das Val Chisone. Zwischen Pinerolo und Abbadia Alpina zweigt man von der SR 23 ab in Richtung Val Lemina/San Pietro/Talucco und folgt der Straße durch das Val Lemina für etwa 10 km in Richtung Colle Crò (auch: Colle Crot). Kurz vor diesem Ort zweigt man rechts ab in die Frazione Dairin. Die Straße endet an einem Parkplatz (ca. 60 km ab Turin). Über einen Wanderweg ist der Gipfel in ca. 90 Minuten zu erreichen.

Das Geschehen
Eine nahe Foggia in der süditalienischen Region Apulien gestartete Transportmaschine der Royal Air Force vom Typ B-24 ‚Liberator‘ - an Bord Waffen, Munition und Lebensmittel für die im gemeinsamen Widerstandskampf gegen die deutschen Besatzer aktiven Partisanen - zerschellte am 13. Oktober 1944 während eines schweren Gewitters am Monte Freidour zwischen dem Val Sangone und dem Val Lemina. Sofort nach dem Absturz des Liberator KH239 sind Menschen der umliegenden Dörfer und Partisanen der autonomen Gruppen aus dem Val Sangone und dem Val Chisone an den Unglücksort geeilt, konnten aber keines der Besatzungsmitglieder um den australischen Captain Lawton und seine britische Crew lebend bergen. Sie wurden zunächst am Colle Sperina begraben und nach dem Krieg auf den Militärfriedhof nach Mailand überführt.

Gedenken
GedenktafelNachdem zu Ehren der Opfer des Absturzes am Pass unterhalb des Monte Freidour lange nur ein einfaches Holzkreuz stand, regte der Bürgermeister von Cantalupa den Bau einer Gedenkstätte auf dem Gipfel an. Sie wurde im September 1994 – 50 Jahre nach dem Absturz – errichtet: Eine Arbeit des Bildhauers Michele Privileggi, die im Volksmund Ali come Vele, Flügel wie Segel, genannt wird. Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende findet hier eine Gedenkveranstaltung statt, an der neben Vertretern der Partisanen- und Alpinivereinigungen auch britische Regierungsvertreter teilnehmen.

Literatur:
Bade Sabine / Wolfram Mikuteit: Partisanenpfade im Piemont. Wege und Orte des Widerstands zwischen Gran Paradiso und Monviso. Ein Wanderlesebuch, Konstanz 2012; Boccalatte, Luciano / D’Arrigo, Andrea / Maida, Bruno: 38–45 – Una guida per la memoria. Luoghi della guerra e della resistenza nella provincia di Torino, Istituto piemontese per la storia della resistenza e della società contemporanea ‚Giorgio Agosti‘, Turin 2007