Akteure
Paris war seit dem 14. Juni 1940 deutsch besetzt, Stadtkommandant der deutschen Truppen war seit 9. August 1944 General von Choltitz. An der Befreiung wirkten verschiedene Kräfte mit: die Résistance (u.a. FFI-Kämpfer), die freifranzösischen und die alliierten Truppen.
Die Streiks und der Volksaufstand seit Mitte August trugen wesentlich dazu bei, dass die Alliierten ihren ursprünglichen Plan änderten, Paris zu umgehen und stattdessen auf die Hauptstadt zu marschierten.

Streiks und Volkserhebung in Paris
Seit der alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 wurde auf die Befreiung von Paris hingearbeitet. Die konkreten Vorbereitungen verstärkten sich ab Anfang August, nach dem alliierten Durchbruch durch die deutsche Front in der Normandie. Sie wurden geleitet vom sechsköpfigen Pariser Befreiungskomitee (Comité parisien de la Libération); Vorsitz: Gewerkschafter André Tollet; Mitglied: Henri Rol-Tanguy, Chef der FFI Region Paris; es tagte im Bahnhof Denfert-Rochereau. Zum anderen von Alexandre Parodi, dem Vertreter der provisorischen französischen Regierung, und General Georges Bidault, dem Vertreter des CNR. Ab 11. August traten zunächst die Eisenbahner, später u.a. die Postler und die Polizei in den Streik. Am 19. August rief das Befreiungskomitee zur Volkserhebung auf (A. Parodi, zunächst ablehnend, unterstützte ihn, um die Einheit der Résistance nicht zu gefährden). Eine vom schwedischen Konsul Nordling vermittelte Waffenruhe wurde vom Befreiungskomitee abgelehnt: „So lange die Deutschen noch in Paris sind, heißt die Parole: kämpfen!“. In den Straßen von Paris wurden Barrikaden errichtet, es kam zu Schießereien mit den deutschen Truppen.  

Alliierte Truppen
Rol-Tanguy und seine Leute erkannten, dass die Kraft der schlecht bewaffneten Pariser Bevölkerung nicht ausreichen würde, die Deutschen zu besiegen und zu vertreiben. Nach intensiven Beratungen mit den US- und den freifranzösischen Truppen unter General Leclerc, in die sich auch de Gaulle einschaltete, entschied der US-Oberkommandierende, General Eisenhower, in Abänderung der bisherigen Pläne, dass französische und US-Truppen auf Paris marschieren sollten. Erste französischen Einheiten erreichten am späten 24. August Paris (Porte d'Italie, Rathaus, Porte d'Orléans).

Deutsche Kapitulation
Der deutsche Stadtkommandant von Choltitz zögerte, die Vorgabe von Hitler zur Zerstörung von Paris umzusetzen. Möglicherweise schätzte er die Kampfkraft der deutschen Sicherungstruppen nicht so hoch ein. Seine Truppen, besonders im Palais du Luxemburg und im Senat stationiert, griffen aber in die Kämpfe nach dem Volksaufstand ein. Am 25. August wurde er ultimativ vom CNR aufgefordert zu kapitulieren, die Kommandantur wurde gestürmt und er selbst aus seiner Residenz im Hotel Meurice in die Polizeipräfektur und den Bahnhof Montparnasse gebracht, wo er gegenüber General Leclerc und in Gegenwart von Rol-Tanguy die Kapitulation unterzeichnete. Ein entscheidender Schritt zur völligen Befreiung Frankreichs war getan.

Triumphzug von de Gaulle durch Paris
Am 26. August schritt de Gaulle unter dem Jubel der Pariser Bevölkerung über die Champs-Elysées und hielt vor dem Rathaus eine Rede. Französische Soldaten waren als erste, noch vor den US-Amerikanern, nach Paris gekommen, die Befreiung von Paris konnte als französischer Erfolg angesehen werden; die Résistance-interne Machtprobe schien zu seinen Gunsten ausgegangen, er wurde als Befreier von Paris und Chef der französischen Republik anerkannt.  

Gedenken
Gedenkzeremonien jährlich am 25. August. Das Memorial Leclerc – Musée Moulin (Paris 15°, Gare Montparnasse) ist. u.a. der Befreiung von Paris gewidmet.

Literatur/Medien
Levisse-Touzé, Christine: Paris libéré, Paris retrouvé, Paris 1994.
Ausstellung: Paris insurgé, Paris libéré: http://www.paris.fr/loisirs/Portal.lut?page_id=7073&document_type_id=4&document_id=22856&portlet_id=16373
http://fr.wikipedia.org/wiki/Lib%C3%A9ration_de_Paris (dt.)
http://www.curiosphere.tv/ressource/18307-aout-1944-liberation-de-paris
www.anac-fr.com/2gm/2gm_17.htm