Johanna Kirchner wurde in einer alten sozialdemokratischen Familie geboren, sie wurde mit 14 Jahren Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, später Mitglied und Funktionärin der SPD. 1933 floh sie ins Saargebiet, das noch unter Verwaltung des Völkerbundes stand. Dort arbeitete sie als Küchenhilfe und Serviererin, betreute Emigranten und half den Flüchtlingen, u.a. im Hilfskomitee für verfolgte Antifaschisten. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zog sie nach Forbach und Metz, von wo aus sie ins Lager Gurs (Südfrankreich) transportiert wurde. 1942 wurde sie an Nazideutschland ausgeliefert. Im Todesurteil des Volksgerichtshofs hieß es, sie habe „hochverräterisch gewühlt“, „im großen übelste marxistische Hochverratspropaganda betrieben“ und „kulturelle, wirtschaftliche, politische und militärische Spionagenachrichten landesverräterisch eingezogen und weitergegeben“. Sie starb unter dem Fallbeil.
Die Stadt Frankfurt a.M. verlieh von 1991 bis 1995 die „Johanna-Kirchner-Medaille“ an Menschen, „die gegen Staatsunterdrückung kämpften“. Seit 2011 vergibt die AWO und die FH Frankfurt a.M. den Johanna-Kirchner-Preis an die Verfasser/in einer Abschlussarbeit zu den Themen Altenhilfe, Kinder- und Jugendarbeit sowie Straffälligenarbeit.

Literatur/Medien
Dertinger, Antje / Trott, Jan von: „... und lebe immer in Eurer Erinnerung“. Johanna Kirchner – eine Frau im Widerstand. Bonn, 1988.
gdw-berlin.de/bio/ausgabe_mit.php?id=251