Hauptstadt: Wrocław / dt. Breslau
Gedenkorte: Wroclaw/ dt. Breslau; Groß-Rosen (KZ)
Überblick:
Niederschlesien war ein Teil der Provinz Schlesien, die seit 1742 zu Preußen und ab 1871 zum Deutschen Reich gehörte. Seit 1945 ist die Woiwodschaft Niederschlesien Teil der Republik Polen.
Die Woiwodschaft Niederschlesien liegt links und rechts der Oder und nördlich der Sudeten und des Riesengebirges. Im Westen grenzt Niederschlesien an Deutschland (Landkreis Görlitz/Sachsen) und im Süden an Tschechien. Hauptstadt ist Breslau (seit 1945 polnisch: Wrocław)

Die Alliierten sprachen Niederschlesien auf der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 Polen
zu (vgl. „Wiedergewonnene Gebiete“) als „Ausgleich“ für die ostpolnischen Gebiete, die
- wie schon Mitte 1943 zwischen Stalin und Roosevelt besprochen und in Potsdam am 2.8.1945 von der Alliieten bestätigt – Teil der Sowjetunion wurden, auch „Westverschiebung Polens“ genannt).
Niederschlesien
Das Gebiet war bereits vor der Zeitenwende besiedelt. Um 1000 bis ca. 1300 gehörte es zum Königreich Polen, danach zu Böhmen (heute CSR) und Österreich. Nach dem Sieg Preußens über Österreich kam es 1742 zu Preußen und wurde 1871 Teil des Deutschen Reichs, 1945 nach der „Westverschiebung“ wieder zu Polen, vgl. Einzelheiten der Geschichte bei Sachstichwort „Schlesien“. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich stürmisch Bergbau und Eisenindustrie sowie die Zuwanderung vieler polnischen Arbeitskräfte nach 'Oberschlesien.'
Erster Weltkrieg und Jahre danach
Die Politik zwischen den beiden Weltkriegen ist in drei klar erkennbare Phasen zu unterteilen:
Von 1918 bis 1920 machte sich nach dem Zusamenbruch des Deutschen Reiches Anarchie breit. Zwischen 1919 und und 1933 stellte die Weimarer Republik eine Phase der Stabilität dar.
Von 1933 an herrschte unangefochten Hitler.
Im Ersten Weltkrieg versuchte eine polnische Gruppe, Geld zu sammeln und Freiwillige für die Polnische Legion' zu rekrutieren (polnische Soldaten, die im 1. Weltkrieg auf der Seite Russlands kämpften). Drei von ihnen wurden verhaftet und nach Österreich abgeschoben; die Gruppe stellte kurz danach ihre Bemühungen ein.
Während der Verhandlungen und Kämpfe um Oberschlesien wurden u.a. das polnische Konsulat und die polnische Schule zerstört und die Bibliothek in Breslau niedergebrannt. Der Anteil von Polen/innen an der Bevölkerung Niederschlesiens fiel 1918 auf 0,5%
