KZ Breslau-Dürrgoy /Wroclaw-Tarnogaj

Am 28.2.1933 verhafteten Breslauer NS-Führer unter Edmund Heines aufgrund der „Reichstagsbrand-Notverordnung“ eine Reihe bekannter Breslauer Politiker der SPD, KPD und SAP und hielten sie im Polizeipräsidium fest. Wenig später wurden sie in ein primitives Konzentrationslager auf dem Gelände einer ehem. Düngemittelfabrik im Ortsteil Dürrgoy-Tarnogaj überführt. Oft wurden sie in lächerliche „Uniformen“ gesteckt. Prominente Antifaschisten wie Paul Löbe, SPD, ehem. Präsident des Reichstages, wurde in eine Fantasieuniform gesteckt und musste einen Kopfschmuck“ aus Laub und Disteln tragen.

Das Lager entstand im Frühjahr 1933 an der Strehlener Straße, nahe der ehem. Chemiefabrik 'Silesia' und bestand bis August 1933. Es wurde errichtet auf Initiative von Edmund Heines, SA-Obergruppenführer in Schlesien und seit kurzem Chef der Breslauer Polizei; erschossen am 30.6.1934 während des sog. Röhm-Putsches..

Das Lager bestand aus mehreren Wellblechbaracken für jeweils 200 bis 250 Personen. Die Wärter waren SA-Mitglieder und sehr grausam zu den Häftlingen.

Literatur/Medien

Andrea Rudorff: Breslau-Dürrgoy. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 83–86.

https://muse.jhu.edu/document/1288/pdf/download

https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Heines