Schloss Pignerolle

Region Pays de la Loire, Departement Maine-et-Loire

Der Ort
Nordöstlicher Vorort von Angers mit 9300 Einwohner/innen (2015). Mit dem Auto von Angers zum Château de Pignerolle 8 km (D 347); es liegt an der Ausfallstraße Richtung Osten, Route de Beaufort, auf der linken Seite.


Gedenktafel an polnischen ExilpräsidentenExilsitz des polnischen Präsidenten
Nach dem deutschen Überfall auf Polen (1. September 1939) nahm die polnische Exilregierung unter General Sikorski ihren Sitz in Angers (siehe dort). Der polnische Präsident Władysław Raczkiewicz residierte ab Dezember im nahen Château de Pignerolle. Angesichts der deutschen Invasion in Frankreich und der Angriffe in der Umgebung von Angers übersiedelten die polnische Exilregierung und der Präsident Mitte Juni 1940 nach London.

Eingang zu einem Bunker der dt. KriegsmarineQuartier für deutsche Kriegsmarine
Danach bezog die deutsche Kriegsmarine das Schloss. Nach den Bombardierungen von Saint-Nazaire (1942) und Lorient (1943) beschlagnahmte die deutsche Kriegsmarine das Schloss und richtete die Kommandozentrale für den U-Boot-Krieg ein; der „Führer der U-Boote West“, Hans-Rudolf Rösing, nahm hier seinen Sitz.
Im Rahmen des Atlantikwalls wurden durch 600 Arbeiter zahlreiche Bunker gebaut, darunter im Schlossgarten Pignerolle ein „Admiralsbunker“ für Karl Dönitz – er wurde in den 1960er Jahren zum Anti-Atom-Bunker für die Regierung de Gaulle ausgebaut; außerdem eine unterirdische Telekommunikations-Zentrale sowie Unterkünfte für 1000 deutsche Soldaten. Mitte 1944 zogen die Deutschen ab.

Nach der Befreiung
Die Bunker etc. waren lange von Grün überwuchert. Gelegentlich finden Führungen statt.
Das im Schloss eingerichtete Europäische Kommunikationsmuseum wurde Ende Dezember 2015 geschlossen.

Literatur/Medien
Coifard, Jean-Luc: Domaine de Pignerolle. Témoin d’une grande Histoire, Angers 2006
Petit Futé: Guide des lieux de mémoire, Paris, Ausgabe 2012/2013, S. 194
fr.wikipedia.org/wiki/Saint-Barthélémy-d'Anjou
fr.wikipedia.org/wiki/Château_de_Pignerolle
fr.wikipedia.org/wiki/Musée_européen_de_la_communication