Hans Biebow, geboren am 18. Dezember 1902 in Bremen, war ab 1924 Kaffeehändler. 1939 Aufnahme in die NSDAP. Dank guter Beziehungen zu SD-Chef Reinhard Heydrich wurde er im Frühjahr 1940 Verwaltungsleiter des Ghettos Litzmannstadt in Lodz.
Sein Hauptziel war: Die Arbeitskraft der jüdischen Männer, Frauen und Kinder bis zum Äußersten auszunutzen, soweit und solange sie arbeitsfähig waren. Ab Mai 1940 führte er im Ghetto einen faktischen Arbeitszwang ein, die Ghettobewohner*innen mussten für eine Suppe und ein Stück Brot für die Wehrmacht und private Textilfirmen (u.a. Neckermann, Karstadt, Leineweber) arbeiten, andere Einkommensmöglichkeiten gab es nicht, für ausreichende Nahrungsmittel und Hygiene sorgte er nicht, zehntausende starben wegen Unterernährung und Krankheiten. Nach der Deportation aller Alten, Arbeitsunfähigen und Kinder im Herbst 1942 machte Biebow das Ghetto zu einem riesigen Arbeitslager für 70.000 Ghettobewohner*innen (= 85 %).
Ab 1944 wurden die Deportationen in das nahe Mordlager Kulmhof bzw. in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Biebow setzte sich für die Schaffung von Arbeit und Beschäftigung ein. Er war mitverantwortlich für die Toten aufgrund Hunger, Entkräftung und Krankheiten sowie aktiv an den Deportationen beteiligt und mitverantwortlich für die Ermordung von 140.000 Menschen in den Vernichtungslagern Kulmhof und Auschwitz-Birkenau.
Biebow verließ Lodz im Januar 1945, wurde später von einem ehemaligen Ghettoinsassen erkannt, nach Polen ausgeliefert, von einem Gericht zumTode verurteilt und am 23. Juni 1947 in Lodz hingerichtet.

Literatur/Medien
Klee, Personenlexikon , S. 48
Benz u.a.: Enzyklopädie NS, S. 897f.
Hans Biebow http://www.HolocaustResearchProject.org
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Biebow