Spionage-Netzwerk
Leiter des Netzwerks Alliance ab 1941 waren der rechtsnationalistische Offizier George Loustaunau-Lacau und Marie-Madeleine Fourcade. Die zeitweilig bis zu 3000 Mitglieder umfassende Gruppe betrieb Spionage und Nachrichtendienst für die Briten. Sie war besonders aktiv an den Küsten, u.a. Ernest Sibiril und Jacques Stosskopf arbeiteten für die Gruppe. Sie rekrutierte vor allem bei (von Pétain enttäuschten) Militärs und hatte gute Verbindungen in die Vichy-Regierung und Wirtschaft. Wegen seiner Erfolge wurde das Netzwerk von der deutschen „Abwehr“ verfolgt und durch Verhaftungen und Verrat stark dezimiert, über 430 Mitglieder wurden getötet. Im Herbst 1944 wurden 107 Mitglieder im KZ Natzweiler-Struthof ermordet, weitere 62 in den badischen Orten Kehl, Offenburg, Bühl, Freiburg, Gaggenau und Pforzheim („Schwarzwälder Blutwoche“); verantwortlich dafür waren Karl Buck, der Lagerleiter von Schirmeck, und Julius Gehrum, Chef der Straßburger Gestapo.

Gedenken
An der Auffahrt zur Europabrücke in Kehl (Baden) sowie in Straßburg im Garten der zwei Ufer (Jardin des deux rives) südlich der Brücke erinnern eine Tafel und ein Mahnmal an die Morde. Der Weg der Erinnerung und der Menschenrechte führt dorthin; vgl. auch http://memorialmuseums.eu/orte/view/685/Kehl

Literatur/Medien
Dictionnaire historique de la Résistance, Paris 2006, S. 143f.
http://fr.wikipedia.org/wiki/Alliance_(r%C3%A9seau)