Franz Schwede wurde am 5.3.1888 in Drawöhnen, Krs. Memel (heute: Dreverna, Litauen) als Sohn eines Försters geboren. Er lernte Maschinenschlosser, im Krieg war er Marinefeldwebel. 1922 Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe Coburg, Ortsgruppenleiter und Stadtrat. Nach antisemitischen Angriffen der Parteizeitung auf einen örtlichen Unternehmer brachte der Wahlkampf 1929 mit Adolf Hitler der NSDAP die absolute Mehrheit im Stadtrat. Im März/April 1933 wurden 152 Menschen verhaftet und schwer misshandelt – in Anwesenheit von Schwede. Er wurde im selben Jahr zum Oberbürgermeister ernannt, ihm wurde Namenszusatz Schwede-Coburg verliehen. 1934 ernannte Hitler ihn zum (NSDAP-)Gauleiter von Pommern und zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Pommern.
Nach dem Überfall auf Polen ordnete er im Herbst 1939 die Räumung der Heil-und Pflegeanstalten Stralsund, Ueckermünde (heute in Meckenburg-Vorpommern) sowie Lauenburg, Meseritz-Obrawalde, Stettin-Kückenmühle und Treptow an der Rega (heute im nordwestlichen Polen gelegen) an – unabhängig und vor den Maßnahmen der T4-Zentrale. Schwede-Coburg ließ die meisten Patient*innen vom Danziger SS-Sturmbann Eimann im Wald von Piasnitz erschießen oder von dem SS-Sonderkommndo Lange durch Gas ermorden. Die leergeräumten Anstalten wurden, wie vorher vereinbart, später von deutsch-baltischen Flüchtlingen, von Einheiten der Wehrmacht oder der Waffen-SS als Unterkunft genutzt (Klee, „Euthanasie...“, S. 95-98).
Schwede-Coburg verhinderte die rechtzeitige Flucht der Zivilbevölkerung in Pommern. Er setzte sich rechtzeitig ab und kam in britische Kriegsgefangenschaft. Er wurde von einer Spruchkammer 1948 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt; ein Gericht in Coburg verurteilte ihn im April 1951 wegen Körperverletzung (Misshandlungen im März/April 1933) zu zehn Jahren Haft; die Reststrafe wurde 1956 zur Bewährung ausgesetzt. Franz Schwede starb 1960 in Coburg.

Literatur/Medien
Klee, Ernst: Euthanasie“ im NS-Staat. Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, Frankfurt am Main 1983, bes. S. 95–98
Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945?, Frankfurt/M. 2003, S. 573
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schwede